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Gästebuch Medizin-Geschichten
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Eintrag: 2 / 12 15:15:37 03.08.17 X
Pilatus
pilatusboy@outlook.com
Thema: Lungenembolie
Code: ZzeKRL9
4 Etagen Thrombose mit Lungenembolien und die Folgen eines Ärztepfusches.

Der Artikel wird erst heute, nach 12 Jahren ins Netz gesetzt, weil erst jetzt die ganze Tragweite eines Ärztefehlers überschaubar ist. Das tragische daran ist, dass ich 12 Jahre total eingeschränkt in meinen früher sehr umfangreichen sportlichen Tätigkeiten war. Vom Sportler zum Greis innert einem halben Jahr! Ich war 4 Jahre bis zur Pensionierung vollinvalid und da kommen ja noch die finanziellen Einbussen dazu, die sich auf das ganze spätere verbleibende Leben auswirken.

Der Arzt hatte seine Rechnungen versendet und das Geld ohne geringste Abzüge erhalten!
Heute würde ich seine Entschuldigung nicht mehr annehmen!
Im Frühling 2004 hatte ich plötzlich eine starke Müdigkeit. Ich fühlte mich Unwohl und hatte manchmal Schmerzen auf der Brust. So suchte ich in unserer Gemeinde einen Arzt auf. Ich kannte ihn nicht, da aber mein sehr guter Hausarzt kurz vorher verstorben war, musste ich ja irgend einen Arzt aufsuchen.
Er untersuchte mich und die Diagnose war Bronchitis. Medikamente schlucken! Antibiotika! Das Zauberwort! Nichts besserte sich und einmal kam ich mit Blut im Speichel und ich konnte fast nicht die Treppe hochsteigen in seine Praxis. Ich sprach ihn noch an auf eine mögliche Embolie, wobei ich damals noch nicht genau wusste was Embolien sind. Nein, es ist sehrwahrscheinlich nur ein nur ein Äderchen geplatzt! Der Kommentar des Arztes.
Ich war damals jahrelanger Tourenleiter in einem Alpenklub und leitete eine Biketour im Jura. Ich dachte, dass ich dann halt nicht immer das ganze Programm machen würde und auch Stellvertreter einsetzen würde. Als ich bei einer Tour fast nicht mehr in die Unterkunft fahren mochte, hat mir eine Frau den Rucksack abgenommen und mich sehrwahrscheinlich gerettet.
Wieder beim Arzt ging es gleich weiter. So dachte ich mit 60 ist halt das so. Alt und müde! Wir fuhren für ein paar Tage ins Tessin und in der letzten Nacht hatte ich erstmal Schmerzen im linken Bein. Ich fühlte mich sehr schlecht. Wir kamen an einem Freitag nach Hause und am Samstag und Sonntag lag ich nur noch im Bett. Am Sonntag Nachmittag rief ich einer sehr vertrauten Person an und klagte mein Zustand. Sie sagte sofort, dass wir einen Doktor aufsuchen sollen. Es kam nicht dazu. In der Dusche bemerkten wir, dass mein linkes Bein sehr viel dicker als normal war. Auf raten einer weiteren Person, fuhren wir direkt in die Notaufnahme ins Spital in Stans. 4 Etagen Thrombose, zusätzlich mit einem flottierendem Thrombus von der Leiste bis zur Niere hoch! Die Venen total geschlossen mit gerinnenem Blut! Sofort in die Intensivstation. Drei Tage wurde etwas geübt, und ich wurde schon in ein Einzelzimmer belegt!! Weil mein Cousin in diesem Zimmer 2003 starb, (Bild an der Wand erkannt) Panik meinerseits. Dann hatte man doch das Einsehen, dass nur noch in Luzern etwas gemacht werden könne. Also Abtransport mit 144 nach Luzern.

Wegen eines Arztes, der mich erstens nicht ernst genommen hatte, der die Sorgfaltspflicht total vernachlässigt hatte, war ich innert einem halben Jahr vom Sportler zum Greis geworden. Ich hatte ihm damals den Austrittsbericht vom Kantonssspital Luzern gesendet. Er lud mich zu einem Gespräch in seine Praxis ein und entschuldigte sich. Er hatte eine junge Familie. Ich hatte die Entschuldigung angenommen.

Ich hatte Ihn schon mehrmals auf der Strasse angetroffen. Er schaut weg oder geradeaus. Es braucht eben Rückgrat um Jemandem, mit dem sowas passiert war, zu grüssen. Ich musste mich schon mehrmals zusammenreissen, dass ich nicht zu ihm hingegangen bin und ihn gefragt habe: "Kennen sie mich nicht mehr? Sie sollten sich unbedingt, trotz ihrer Jugend auf Alzheimer untersuchen lassen" Ich hoffe, dass er wenigstens was gelernt hatte und der nächste Patient von dem Fall einen Nutzen hat.
Der nächste Teil der Geschichte sehen Sie unter „swiss medical erfreuliches" unter diesem Artikel-Titel: 4 Etagen Thrombose mit Lungenembolien
 
Eintrag: 1 / 12 13:14:52 03.08.17 X
Pilatus
pilatusboy@outlook.com
Thema: Prostata
Code: rrDdNpt
Prostatakrebs und Fehldiagnosen

Es war 2013 Frühling. Ich hatte immer mehr Schwierigkeiten beim Wasser lassen. Mein Hausarzt meldete mich bei einem Urologen an.
So ging ich hin. Ein modernes Bürogebäude an bester Sonnenlage mit Sicht auf See und Berge. Die Praxis mondän eingerichtet, übergrosser Empfangsraum. Die Empfangsdame in Fotomodelstil hinterm Rezeptionsmöbel auf Empfang. Sie leiert Ihren Spruch ab und führt mich in eine Umkleidekabine. Unpersönlich kommt es mir einfach vor. Warten und nach einiger Zeit werde ich in das „Arztbüro“ geschleust. Ein Herr mittleren Alters in weissem Kittel lädt mich ein Platz zu nehmen.
Hier hätte ich auf der Ferse kehrt machen müssen! Es war einfach nicht mein Arzt! Ich gehe nicht in Details aber wenn ich so emotionslos in meinem Beruf gewesen wäre, wären meine Möbelstücke Europaletten geworden.
Schliesslich hat er gesagt, dass alles in der Norm sei und dass ich mir keine Sorge machen soll. Für ihn war es eine Rechnung mehr an die Krankenkasse.

2014. Wieder war es ein Thema mit dem Wasserlassen. Da ich ja jeden Monat den Quick beim Arzt machen muss, meldete mich mein Hausarzt in Luzern bei einer privaten Urologie Klinik an. Der Arzt tastete die Prostata ab und sagte, dass es sehr wahrscheinlich eine Entzündung sei. Er riet meinem Hausarzt, mir eine Therapie mit Antibiotika zu verschreiben. Da ich aber zu der Zeit Herzrhythmusstörungen hatte und man erst dieses Problem zu lösen hatte, wurde dies verschoben. Der PSA Wert war ca. auf 5.

Da war der erste grosse Fehler passiert. Da muss ich von meiner Sicht aus sagen, dass der Urologe die Einschätzung der Diagnose und mich selber zu wenig Ernst genommen hatte. Hätte er nämlich forscher gewarnt, bin ich überzeugt, dass mein Hausarzt den Fall ernster genommen hätte.
Der Patient ist natürlich froh, wenn ein untersuchender Spezialarzt eine harmlose Diagnose stellt.

So hatte man die Antibiotika-Kur rausgeschoben. Der Frühling und Sommer ging ins Land. Sorgen ade! Campen, Wandern, Segeln und Zeit verbringen mit den Liebsten in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Italien. Das Leben ist schön! In mir unwissend Etwas was ich mir Sorgen machen muss? Kann doch nicht sein.

Es wird Herbst 2015. Der PSA (ca. 9) Wert ist wieder angestiegen. Wieder ging ich zum gleichen Urologen nach Luzern. Wieder hätte ich auf der Ferse kehrt machen müssen! Ich fühlte mich in seiner Nähe nicht wohl. Er untersuchte mich und er war nun bereit ein MR anzuordnen. Ich bekam telefonisch ein Aufgebot und ich müsse mich in Luzern zum Bahnhof-Gebäude begeben, da dort dieser Untersuch stattfinden würde. Beiläufig fragte ich die Anrufende, ob das mit dem Herzschrittmacher abgeklärt sei. Erstaunen! Herzschrittmacher? Termin storniert! Neuer Anruf. Ich müsse erst in die St. Anna-Hirslanden-Klinik um den Herzschrittmacher auszuschalten. Dann zum Bahnhof zum MR.

Jetzt läuteten bei mir die Glocken!

Urologe am Löwenplatz
Schrittmacher bei St. Anna-Hirslanden ausschalten
Beim Bahnhof MR
Schrittmacher bei St. Anna-Hirslanden einschalten

Sind doch einige Kilometer zwischen jeder Station. Wie komme ich hin und her? Per Bus, eigenem PW? Parkplatzprobleme etc. (Schrittmacher ausgeschaltet). Was läuft ab wenn ich in der Röhre schlapp mache? Holt mich dann 144 und bringt mich ins LUKS?

Ich machte das, was ich mindestens ein Jahr vorher hätte tun sollen:

Anruf zum Urologen. Alles Stornieren.
Die Akten zur Urologie LUKS (Luzerner Kantonsspital) senden.

Dort rief ich an und konnte gleich ende November 2015 zu einer Sprechstunde. Alles in einem Haus und ich konnte mich nicht begreifen, dass ich das nicht von Anfang an so eingefädelt hatte. Die Akten von der vor 11 Jahren erlebten Embolie Geschichte und die des Herzschrittmachers lagen ja da im Archiv.

Ich bekam Anfang Dezember einen Termin für ein MR. Der Herzschrittmacher wurde im gleichen Haus auf stur (60 Schläge Minute) geschaltet (nicht ausgeschaltet) und dann wieder rückgeschaltet und erst noch mit den vertrauten Personen.

Diagnose: Tumor in der Prostata

Nun lief der Apparat LUKS an. Da aber das Prostata-Center derart ausgelastet ist, geht es halt einfach nicht schnell genug. Die Zeit, die vorher vergeudet wurde, konnte nicht aufgeholt werden.

Biopsie im Januar (gefährlicher Tumor bestätigt) Diagnose und Untersuche im Februar und März

OP Termin am 12 April 2016 mit Robot Methode Davinci. War das die Zeit in der der Tumor schnell angewachsen war und in der Tumorloge schon
eine Infizierung in der Prostataloge gemacht hatte? Hätte man die Infizierung durch einen schnelleren Ablauf verhindern können? PSA Wert vor der OP 34.8

Es war eine 7 Stunden OP, die die beiden operierenden Ärzte M. und M. aufs Letzte gefordert hatte. (zitiere ihre Infos) Die Prostata wurde total entfernt. PSA Wert nach der OP 0.38

Es ist jetzt Januar 2017. Ich hatte noch nach der OP 48 Bestrahlungen, (November 16 bis Januar 17) da der PSA Wert nach der OP wieder (3.1) um fast das Zehnfache angestiegen war.

Es dämmerte mir! Jeder von den Ärzten im Luks hat noch ein Chef über sich. Er hat ein Team, mit dem er sich über schwierige Entscheidungen beraten kann. „Wilde“ Spezialisten sind oberste Bosse, kleine Könige. Es ist sehr viel Vorsicht geboten.

Die Fortsetzung wird sobald Geschichte, unter „swiss medical erfreuliches“ erscheinen und ich hoffe sie bleibt dann auch dort!
         
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